Gemeindebrief Februar / März

der St. Jakobikirchgemeinde Oelsnitz/Vogtl. und für Unterwürschnitz, Taltitz und Tirpersdorf.





Christus bei Nikodemus - Crijn Hendricksz Volmarijn (1604-1645)

Zwei Menschen, zwei Lichter. Das Licht der Welt erhellt die dunkle Ratlosigkeit eines Menschen, der nach Antwort sucht. Zwei Menschen, zwei Gesten. Der eine zeigt auf den, von dem er sich Rat erhofft, der andere zeigt auf das Licht. Zwei Menschen, zwei Bücher. Hoffend auf das tröstende Wort, das rettet, hat der eine seines geöffnet. Das Wort, das bei Gott war und in die Welt kam, braucht kein Buch mehr – es kann getrost geschlossen bleiben. Zwei Menschen, eine Begegnung. Aus zwei Leben wird eines. Aus zwei Lichtern ein Licht. Aus einer Begegnung eine Beziehung über den Tod hinaus. Aus der Nacht der Tag, der niemals mehr endet.


Liebe Leserinnen und Leser,

Alles ist erlaubt – aber nicht alles nützt.
Alles ist erlaubt – aber nicht alles baut auf.
Denkt dabei nicht an euch selbst, sondern an die anderen.

1. Korinther 10,23-24

Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit – seit der Französischen Revolution steht die Freiheit im Denken der europäischen Menschen an erster Stelle. Und nie konnten sich Menschen so viel erlauben und so viele Freiheiten herausnehmen, wie heute – so lange sich niemand darüber ärgert. Denn oftmals reicht es nicht aus, was das eigene manchmal unzureichende Gewissen oder der Neid anderer Menschen erlauben. Nicht selten geht damit die moralisch begründete Lust (oder vielleicht auch Angewohnheit?) an einer gut gemachten öffentlichen Rufschädigung einher. Inzwischen hat unsere Demokratie mit ihren vielen Institutionen und Einrichtungen ein Vielfaches mehr an Vorschriften und Verboten in Form von Paragraphen und Absätzen, als jede Religion.
Das Problem, die erlangte Freiheit zu bewahren, ist wesentlich älter.
Die Worte des Paulus richten sich an Judenchristen, die durch das Evangelium Befreiung von den 10 Geboten und den 613 Vorschriften erfuhren. Sie stehen in der Thora und unterteilen sich in 365 Verbote und 248 Gebote. Doch ursprünglich dienten all diese Regeln dazu, die aus der ägyptischen Sklaverei entflohenen Israeliten auf dem Weg in das verheißene Land vor der gegenseitigen Selbstzerstörung zu bewahren. Diese Regeln ermöglichen, mit Gott, den Mitmenschen und seiner ganzen Schöpfung als jüdischer Mensch im Einklang zu leben. Sie verleihen Identität, solange das Gesetz dem Menschen dient und nicht der Mensch dem Gesetz, wie es Jesus kritisierte.
Deshalb kann Paulus ungeschützt sagen: Alles ist erlaubt – aber nur dem, der sich Gott, seinen Mitmenschen und der Schöpfung verpflichtet weiß – denn derjenige erkennt auch Nutzen und Grenzen.
Mit herzlichen Segenswünschen,
Ihre Pfarrerin Beatrice Rummel

Informationen und Einladungen

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Vorstellung unseres neuen Pfarrers

Liebe Gemeinde,
Sie haben es sicher schon erfahren, dass ab März ein neuer Pfarrer da sein wird. Hiermit möchte ich mich vorstellen. Mein Name ist Andreas Schlotterbeck, ich kam am 15. 03. 1956 in Möglingen bei Stuttgart als zweites von insgesamt fünf Geschwistern zur Welt. Die Kindheit verbrachte ich in einer Kleinstadt in der näheren Umgebung von Stuttgart, die Jugendzeit dann in Stuttgart.
1973 traf ich auf einer Pfingsttagung eine bewusste Entscheidung, mein Leben Jesus Christus anzuvertrauen. Seit dieser Zeit nahm ich regelmäßig an Veranstaltungen einer evangelistisch ausgerichteten Jugendarbeit in Stuttgart teil.
1976 beendete ich meine Schulzeit mit dem Abitur. Es folgte ein freiwilliges diakonisches Jahr in der Christusbruderschaft Selbitz, einer evangelischen Kommunität innerhalb der bayrischen Landeskirche. 1978 trat ich als Mitglied in diese Kommunität ein und studierte von 1980 bis 1987 evangelische Theologie, zunächst in Erlangen, dann in Tübingen und Berlin, zuletzt wieder in Erlangen.
1987 begann das Lehrvikariat in Würzburg. 1988 trat ich als Mitglied aus der Kommunität Christusbruderschaft aus, habe jedoch bis zum heutigen Tag eine gute Verbindung zur Christusbruderschaft.
Im Frühjahr 1990 erhielt ich meine erste Gemeindepfarrstelle in Arzberg, Oberfranken. Von hier aus lernte ich meine Frau Gislinde, geborene Stets kennen, die aus Bad Brambach stammt. 1991 heirateten wir. Ende 1992 wechselte ich von der bayrischen in die sächsische Landeskirche und bekam die erste Pfarrstelle in Markneukirchen übertragen.1993 kam hier Sohn Christian und 1996 Sohn Markus zur Welt.
1999 wurde ich auf die 1. Pfarrstelle der Schwesterkirchgemeinden Königsbrück, Neukirch Schmorkau und Höckendorf berufen. Ich war in dieser Zeit bis 2004 ephoraler Jugendpfarrer der Ephorie Kamenz. 2004 kam unser letzter Sohn Simon zur Welt.
Aus der Stuttgarter Zeit bringe ich eine evangelistische Prägung mit, aus der Zeit in Selbitz eine kommunitär liturgische Prägung und aus der Zeit des Lehrvikariates eine Prägung durch die geistliche Gemeindeerneuerung.
All diese Prägungen sind mir wertvoll. Durch die Arbeit als Pfarrer in der Landeskirche werden sie immer wieder neu „geerdet“ und vertieft. Wertvolle geistliche Impulse erhielt ich in den vergangenen Jahren auchdurch die Teilnahme an Exerzitien, das sind Zeiten des Schweigens und Hörens.
Unser großer Sohn Christian macht zur Zeit ein Freiwillig soziales Jahr in der ephoralen Jugendarbeit Bautzen – Kamenz und er wird nur an freien Tagen ins neue Zuhause nach Oelsnitz kommen.
Wir lassen ihn in Königsbrück bei guten Bekannten. Ab September wird er dann, so sind seine Pläne, in Kassel studieren. Unser Sohn Markus, jetzt 15 Jahre, geht in die 9. Klasse und Simon ist 8 Jahre und geht in die 2. Klasse.
Nach fast 13 Jahren Königsbrück, beginnt nun ein neuer Abschnitt. Wir wünschen uns und Ihnen, dass die kommenden Jahre zu einer für uns alle gesegneten Zeit werden.

Königsbrück im Januar 2012



Aus dem Gemeindeleben unserer Schwesterkirchen

Adventssingen am 10.12.2011
Am Sonnabend vor dem 3. Advent erfreuten sich rund 60 Besucher aus Unterwürschnitz (darunter zahlreiche Gäste) an unserem Adventssingen, das unter Mitwirkung der beiden Männerchöre aus Oelsnitz (Franz- Schubert-Chor) und Klingenthal
(Goldbergchor) unter den Dirigenten Seltmann und Dietz Advents – und Weihnachtslieder zu Gehör und zu Gesang brachte. Die große Resonanz macht Mut, es 2012 wieder stattfinden zu lassen.

Adventskranzbasteln
Am 19. 11. trafen sich nun schon zum zweiten Mal Gemeindeglieder (Frau Hendel, Herr Perchalla, Frau Buschner, Frau Knoblich, Frau Zöphel sowie hinter der Kamera Frau Seltmann) zum geselligen Adventskranz-basteln unter der Leitung von Frau Seltmann, die auch einiges Interessante über die Ursprünge und Tradition des Adventskranzes erzählen konnte.
Die Bastelei war eine schöne Gelegenheit zum Erinnern und Austauschen über die Vergangenheit und Gegenwart in unseren Weihnachtsbräuchen. Deswegen soll das Adventskranzbasteln auf jeden Fall 2012 wiederholt und vielleicht um eine Osterbastelei erweitert werden.

Wer bin ich ?

Herr ich traf Menschen, die deine Gebote vergaßen.
Ich kannte alle deine Gebote und - war empört.

Herr ich traf Menschen, die Normen umwarfen.
Ich hielt alle Normen fest und - ereiferte mich.

Herr ich traf Menschen, die vieles in Frage stellten.
Ich hatte keine Fragen und - verurteilte sie.

Doch - eines Tages - vergaß ich deine Gebote,
warf alle Normen fort, stellte vieles in Frage
und - verhielt mich auch anders als die anderen.

Da - Herr - spürte ich,
was ich dem Menschen getan,
über den ich mich empörte,
den ich nicht verstehen wollte,
über den ich mich ereiferte
und - den ich verurteilte.

Wer bin ich,
dass ich mich zum Maßstab nehme
und - mich über andere erhebe?

Ich bin
ein Mensch - geschaffen von dir Herr,
geschaffen - wie der andere neben mir
und - ich kann fallen - wie er.

Darum - Herr - lass mich neben ihm stehen,
wenn er Gebote vergisst und Normen umwirft.
Lass mich verstehen, wenn er anders ist als ich
und noch Fragen hat.

Denn nicht ich, sondern du Herr
sprichst das letzte Wort.


nach Margarete Noak
(eingereicht von Hans Peter Ludwig, Brotenfeld)




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