Aufführung des Magnifikat von John Rutter im Advent 2012

Meine Seele erhebt den Herrn,
und mein Geist freuet sich Gottes,
meines Heilands.

Denn er hat die Niedrigkeit seiner Magd angesehen. Wer die Trauung von Prinz William und seiner Kate mit verfolgt hat, wird sie noch im Ohr haben: Die lebendige, charmante und farbenreiche Kirchenmusik des zeitgenössischen britischen Komponisten John Rutter, der es wie kein anderer versteht, aus wertvollem historischem Erbe schöpfend anspruchsvolle Tonkunst für das Hörempfinden unserer Zeit zu schaffen – eine Musik, die musikalische Laien ebenso berührt und begeistert wie die Fachwelt.
Mit unserer diesjährigen Advents- und Weihnachtsmusik werden wir ein ganz besonderes Ereignis erleben, auf das sich unsere Kantorei seit über einem Jahr intensiv vorbereitet: Die Aufführung eines seiner schönsten Werke: das „Magnificat“, das mit seiner feinsinnigen Tonsprache berührend – einfach nur himmlisch ist.

Mit den Worten „Magnificat anima mea Dominum“ („Meine Seele preist den Herrn“) beginnt auf Lateinisch der psalmartige Lobgesang Marias, mit dem sie nach der Ankündigung der Geburt Jesu durch den Engel Gabriel zu Besuch bei ihrer Base Elisabeth auf deren prophetischen Willkommensgruß antwortet. Das Magnificat ist eines der drei Cantica des Lukasevangeliums (Lk 1,46-55).

Das Magnificat gilt als einer der bedeutendsten biblischen Texte und hat zu immer neuer Auseinandersetzung angeregt. Es nimmt die Reich-Gottes-Verkündigung Jesu und die „umwertende“ Bedeutung seines Kreuzes vorweg. Das Magnificat ist nur im Evangelium des Lukas enthalten, der sich von den Evangelisten am meisten für die Ausgegrenzten interessiert, und propagiert gleich am Anfang des Evangeliums die Wichtigkeit dieses theologischen Anliegens. Moderne Deutungen unterstreichen gern die Stärke Marias und den „revolutionären“ Aspekt ihres Liedes.