Kirche Bösenbrunnk

Die Dorfkirche Bösenbrunn entstand in den Jahren 1615 bis 1617 im Auftrag des Bösenbrunner Rittergutsbesitzers. Joachim von Neidberg, dem der Kirchort Oelsnitz zu weit entfernt lag. Zwanzig Jahre zuvor hatte Bösenbrunn mit Nikolaus Zimmermann aus Oelsnitz seinen ersten eigenen Pfarrer erhalten, davor war der Ort seit seiner ,Ersterwähnung nach Oelsnitz gepfarrt.
Das Kirchspiel Bösenbrunn war ob der wenigen Einwohner in seinem Einzugsbereich mit der am schlechtesten bezahlten Pfarrstelle der ganzen Ephorie Oelsnitz. Seit 1856 war Bösenbrunn Filialkirche von Dröda. 1865 bis 1868 baute Carl Eduard Schubert die heute stark sanierungsbedürftige Orgel ein, Die heute vorhandene Glocke wurde 1868 bei Maibier in Auerbach gegossen und von J.F. Hager der Kirchengemeinde' gestiftet. Die erste Innenbeleuchtung der Kirche datiert aus dem Jahre 1898; ,eine Heizung hat der Sakralbau bis heute nicht. Eingepfarrt nach Bösenbrunn sind Kulm und Untertriebelbach bis auf ein Haus sowie der Klingersten (ehem. Schäferei) und die späte Einzelsiedlung Beucholdsgrün.

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DIE SCHUBERT ORGEL ZU BÖSENBRUNNn

Die Orgel wurde 1865 bis 1868 durch den Orgelbauer earl Eduard Schubert (1830 bis 1900) gefertigt. Schubert hatte 1857 für die Kirche in Roßbach seine erste Orgel geschaffen und zeigte sich schon damals als Verfechter der alten, an Silbermann orientierten künstlerischen Orgelbauweise. Seine Werke zeugen von ausgereiftem handwerklichem Können und hohem Kunstempfinden. Fabrikmäßig hergestellten Instrumenten stand er ablehnend gegenüber. Aus diesem Grunde ist Schuberts Schaffen auch überschaubar. Von ihm sind 18 Orgel-Neubauten aus der Zeit zwischen 1857 und 1889 nachweisbar.
Musikdirektor Friedrich Moritz Gast aus Plauen lobte das 3000 Mark teure Ergebnis bei der Abnahme im Mai 1868: " Das ganze Werk ist ein durchaus wohlgelungenes." Die Orgel ist mit Ausnahme der Prospektpfeifen original erhalten und wurde mehrfach für ihre außerordentliche Klangqualität gelobt. Experten schätzen die Bösenbrunner Orgel als wertvolles, auf jeden Fall erhaltenswertes Denkmalinstrument. Es bedarf einer gründlichen Reinigung und ist in wesentlichen Teilen dringend reparaturbedürftig.

 

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Literatur (Auswahl)

Dehio, Georg (1998): Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler. Sachsen 11: Regierungsbezirke Leipzig und Chemnitz. München: Deutscher Kunstverlag. S. 81.
Grünberg, Reinhard (1939): Sächsisches Pfarrerbuch I. Freiberg: Mauckisch. S. 57f .. 156f .. 484ff.
Oehme, Fritz(1897): Handbuch über neuere und ältere Orgelwerke im Königreiche Sachsen. 111. Theil. Chemnitz: Selbstverlag. S. 8l.
Sachsen Kirchen-Galerie (1843): Erster Band: Das Voigtland. -Dresden: Schmidt. S. 194.
Walter, Klaus (1982): Leben und Schaffen des sächsischen Orgelbauers Carl Eduard Schubert (1830 - 1900). In: Acta Organologica [Berlin] 16 (1982), S. 65 - 216.
Zetzschwitz, Carl v. (1913): Neue Sächsische Kirchengalerie. Leipzig: Strauch. Sp. 214 - 226.

© Ronny Hager 2003