Katharinenkirche k

In der ältesten zeichnerischen Darstellung von Oelsnitz können wir am rechten Rand abgebildet, außerhalb der Stadtbefestigung, ein kleines Kirchlein sehen. Der Zeichner Wilhelm Dilich hat im Jahr 1628 ein äußerst präzises Dokument der mit starker Bewehrung versehenen Stadt geschaffen. Die Kirche hat ein wechselvolles Schicksal erlebt - obwohl sie nie Bränden oder anderweitigen Zerstörungen anheim fiel. Erbaut wurde sie in den Jahren 1612 bis 1616 - also in der Zeit, in der auch die weltberühmte Blaue Moschee in Istanbul entstand. Ihre Weihe erlebte sie zum Osterfest 1617.

Da der erste Friedhof bei der St. Jakobikirche zu eng geworden war, wurde vor den Toren der Stadt, an der Straße nach Eger, ein neuer Friedhof angelegt. Die in der Folge entstandene Hospitalkirche oder auch Gottesackerkirche wurde der heiligen Katharina gewidmet. Anfangs trug sie den Namen „Hospitalkirche zur heiligen Dreyfaltigkeit", später dann „Kirche zu St. Catharinen".

jIn späteren Jahren diente sie u.a. zu Kriegszwecken als Lazarett, Lager und im Jahr 1818 noch als Heu- und Strohmagazin. Weil das Kircheninnere dadurch stark verdorben  war und  deshalb einer  gänzlichen  Wiederher­stellung bedurfte, erfolgte 1820 eine erste Instandsetzung. Dafür spendete der russische Zar Alexander im Jahr 1819 eine Summe von 1000 Talern. Umfassend und mit großem Aufwand wurde die Katharinenkirche 1898 saniert. Ein weiterer Sanierungsschritt erfolgte in den Jahren 1934 bis 1936. Das Bild zeigt den damals neu gestalteten Innenraum mit Kanzel undOrgel. In den Jahren 1895 bis 1899 diente die Kirche auch der katholischen Kirchgemeinde als Gottesdienstraum. b

Mit der Neuanlage eines Friedhofes am Ortsrand der Stadt in Richtung Adorf wurden seit 1891 keine Leichenpredigten mehr in der Katharinenkirche gehalten. Dann entfielen auch noch die Gottesdienste. Umfangreiche Sanierungsarbeiten waren nötig, um die Kirche zu einem hGemeinde- und Kommunikationszentrum der Kirchgemeinde St. Jakobi und der Stadt Oelsnitz/Vogtl. zu gestalten. Mit der Einweihung am 7. Juli 2007 steht den Oelsnitzern und den Besuchern der Stadt damit ein weiteres Kleinod für gesellschaftliche und kulturelle Zwecke zur Verfügung.