Kirchgemeinde Unterwürschnitzu

Historisches
Auffallend ist in Unterwürschnitz die Kirche, die schon von weitem für jedermann sichtbar ist. Man nimmt an, daß sie bereits im 13. Jh. als Wehrkirche diente.

Die Kirche steht zwischen dem Ober- und dem Unterdorf. Ihre Entstehungszeit liegt leider im Dunkeln. Es wird vermutet, dass Balthasar von Thüringen (1336-1406) der Stifter der Kirche war. Aus den verschiedenen Bauweisen (besonders im Dachstuhl) kann geschlossen werden, dass die Kirche anfangs nur eine Kapelle gewesen ist. Durch zweimaligen Anbau wurde sie nach und nach erweitert. 1903 wurde die Kirche im Inneren unter Oberleitung des Leipziger Architekten Julius Zeißig für 20 000 Mark renoviert. Am 8. November 1903 fand der erste Gottesdienst in der erneuerten Kirche statt. Dieser Sonntag, 14 Tage vor dem Ewigkeitssonntag, wurde zugleich als künftiger Kirchweihfesttag festgesetzt. Der Altar stammt laut der Inschrift aus dem Jahre 1744 und wurde von Johann Simon Zeidler aus Grün erbaut. Dergleiche fertigte auch einen Kirchstuhl auf dem ALtarplatz, der in der Rechnung darüber als "Pfarr- und Beichtstuhl" bezeichnet wurde. Auch wenn seine Bauart nicht auf letzteres schließen lässt, weißt doch die Inschrift "Jesus nimmt die Sünder an" darauf hin.

Die Kanzel stammt aus der Zeit des Dreissigjährigen Krieges und ist etwa 100 Jahre älter als der Altar. Sein Erbauer ist nicht bekannt, in der Neuen Sächsischen Kirchengalerie wird lediglich erwähnt, dass er an der Brüstung in den freien Feldern die Bildnisse der Evangelisten und das Bild Jesu trug. Diese Bilder wurden restauriert und in einem Rahmen vereint. Inzwischen schmücken sie die Wand der Sakristei. Der Fuss der Kanzel ist mit einem Taufengel verbunden, der eine hölzerne Taufschale hält.

Gegenüber des Altars befindet sich die aus dem Jahre 1792 stammente Orgel, die von der bekannten vogtländischen Orgelbauerfamilie Trampeli aus Adorf stammt.

Die drei Glocken bilden für die Dorfkirche ein volles, schönes Geläut. Die große, 1,14m im Durchmesser, trägt die Inschrift: "gloriosa heis ich, die hochzeitigen Vest beleyt ich, die schedlichen Weter vertreib ich, die toten bewen ich. Max Rosenberger gos mich anno domini 1526."